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Gruß aus der Geschäftsstelle: Die Sache mit der Solidarität

von Marion Heigl | 14. März 2026 | Netzwerk

So richtig berührt - mir passiert das immer wieder in meinem Alltag und bei der Arbeit: Wenn ich mitbekomme, wie Solidarität gelebt wird. Solidarität ist so eine wundervolle Tugend, die nicht nur andere Menschen, sondern auch Gott erfreut! Denn Solidarität ist das Gegenteil von Eigennutz, Egoismus und Individualismus.

Manchmal mache ich ein paar Gedankenexperimente und stelle mir vor, wie diese Welt oder einfach nur manche Situationen wohl wären, wenn mehr Menschen Solidarität praktizieren würden.

Kürzlich habe ich es im Netzwerk so erlebt: Wir kommunizieren ja immer wieder: Wenn sich jemand die Teilnahme an einer Veranstaltung nicht leisten kann aufgrund der finanziellen Situation, dass wir gerne ins Gespräch gehen, um zu schauen, wie wir eine Lösung finden können. Menschen tun sich oft schwer, um Hilfe anzufragen und somit auch damit, um eine Ermäßigung des Teilnahmebeitrages zu bitten. Umso mehr freue ich mich, wenn sich Menschen melden. Diesmal war es aber nicht eine Teilnehmerin, sondern eine Frau, die sagte: „Marion, wenn ihr für jemanden Geld braucht, dann melde dich gerne. Dann spende ich für die Teilnahme.“

Ich habe mich sehr über dieses Angebot gefreut und kurze Zeit später meldete sich tatsächlich jemand, dem wir so die Teilnahme ermöglichen konnten. Mir kommt dann immer die Bibelstelle aus 1. Mose 12, 2 in den Sinn: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“

Gott segnet einige Menschen mit mehr Ressourcen und freut sich, wenn sie diese einsetzen, um andere zu segnen. Und die Menschen, die diesen Segen empfangen, können wiederum zum Segen werden – beispielweise nach der Teilnahme an einer Veranstaltung, wo Gott sie anspricht oder inspiriert, etwas Bestimmtes zu tun.

Im Jahr 2000 erschien der Film „Das Glücksprinzip“. Auch da ging es um Solidarität. Die Idee in dem Film stammt von einem 12-jährigen Jungen, der sich dieses Glücksprinzip ausdenkt. Jeder Mensch soll drei Mitmenschen etwas Gutes tun, und jeder von diesen Dreien soll wiederum drei andere glücklich machen. Man muss sich also nicht revanchieren, sondern das Gute weitergeben. Welchen drei Menschen könntest du etwas Gutes tun in der Passionszeit oder immer wieder mal...

Wusstest du eigentlich, dass sich die EmwAg-Geschäftsstelle im Raiffeisenland befindet, dem Geburts- und Wirkungsort von Friedrich Wilhelm Raiffeisen?  Meinem persönlichen Vorbild, was Solidarität angeht. Er gründete im 19. Jahrhundert den Weyerbuscher Brodverein, damit weniger Menschen im Hungerwinter 1846/47 verhungern mussten, ebenso den Flammersfelder Hülfsverein (1849), um unbemittelte Landwirte zu unterstützen (Hilfe zur Selbsthilfe) sowie den Heddesdorfer Darlehnskassenverein (1864), die erste Genossenschaft im modernen Sinne – und der Ursprung der Volksbanken. Raiffeisens zentrale Prinzipien sind: Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Ein spannender Mann, von dem man sich viel abgucken kann. Seine Arbeit hat das Leben von Millionen Menschen verbessert und ist sogar UNESCO-Weltkulturerbe.

Marion Heigl, Geschäftsstelle