Mitte Oktober hatten Patricia und ich eines unserer unzähligen Telefonate. Da teilte sie mir mit, dass sie zum Jahresende ihre Mitarbeit bei Solo&Co beenden würde. Stille in der Leitung. Ich war erstmal sprachlos … traurig. Und ich bin dankbar für die Jahre, in denen Patricia für und mit uns gearbeitet hat.
Liebe Patricia,
im Oktober 2013 hatten wir als EmwAg e.V. ein SOS für unser Büro abgesetzt. Hilfe war dringend nötig. Dies Signal lief auf verschiedenen Kanälen und auf einem davon kam es auch bei dir an. Wir telefonierten und vereinbarten ein Gespräch. Ich erinnere mich noch, wie wir das erste Mal im Büro zusammensaßen. Später erzähltest du mir, wie du nach dem Gespräch mit dem Gefühl, dass wir dich nicht nehmen würden, nach Hause fuhrst. „Überqualifiziert“. Das hatte ich recht schnell bemerkt und ausgesprochen. Du dachtest, das wäre ein Hindernis für uns. Ich dachte, wie gut, wenn so jemand kommt. Du begannst mit einem Minijob bei uns im Büro. Jeden Mittwoch kamst du zu einem langen Tag, an dem wir uns immer gegenseitig dran erinnerten, dass wir auch mal eine Pause machen sollten. Weißt du noch? Feiertag war, wenn du ein von dir gekochtes Mittagessen mitgebracht hast. Hm … wie gut!
Ich war froh, dass du mit deiner Qualifizierung und vielfachen Qualitäten bei uns gelandet bist in einem für dich ziemlich fremden Kosmos. Du hast dich in alle die Aufgaben, die auf dich warteten, hineingefunden: Unzählige Listen hast du geführt, Telefonate entgegengenommen, E-Mails erhalten und geschrieben, Päckchen ein- und ausgepackt. Und unfassbar: Wenn wir dir was zur Korrektur gaben – du hast immer was gefunden. Unser „Adlerauge“, diesen Spitznamen sage ich voller Ehrfurcht und Dankbarkeit. Wirklich! Du hast mich vor vielen Fehlern bewahrt ;-). Und das hat sich bis jetzt nicht geändert. Auch an deinem neuen Platz blieb das ein Schwerpunkt, gewollt und ungewollt. Du hast einfach einen Superblick fürs Detail!
2017 war‘s genug im Büro. Du hast in deinen „eigentlichen“ Bereich, zu Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gewechselt und darin bis jetzt auf Honorarbasis für uns gearbeitet. Allerdings, das war dir und uns bewusst, hast du weit über das bezahlte Honorar hinaus gearbeitet, dich engagiert, entwickelt, geschrieben, motiviert. Das wird uns sehr, sehr fehlen! DANKE dafür!
Ich weiß, es war für dich nicht immer einfach. Manchmal war es für dich wie „Ausland“, was wir so machten, mit anderer Sprache, Kultur und Eigenheiten. Du hast dich immer wieder darauf eingelassen und manches sicher auch erlitten, waren wir doch manchmal wie von einem anderen Stern. Ich kann es gut verstehen, wenn du jetzt sagst: Ich bin müde geworden. Der Schwung, die Kraft reichen nicht mehr, dich immer wieder aufzuschwingen bei wenig Rückmeldung, wenig Kontakt zu den Empfängern. Und dann noch die dislozierte Bürostruktur, die dazu führte, dass du dich manchmal auf „einsamem Posten“ fühltest.
Ich freue mich auf weiteren Kontakt, dann immer „amicable“* – ein wunderschönes Wort, das du in unseren Wortschatz eingeführt hast. Ich habe viel von dir gelernt, nicht nur manches schöne Wort. Danke dafür und für alles, womit du mich und uns bereichert hast.
Astrid
PS. Jetzt hoffe ich, dass du in diesem Brief nicht allzu viele Fehler findest 😉
* freundschaftlich, gütlich, liebenswürdig, friedlich, einvernehmlich = nicht mehr dienstlich und arbeitsmäßig
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