Reich Gottes – eine Wirklichkeit jenseits des Sichtbaren
Manchmal muss ich beim Reich Gottes an den Himmel denken. An die Hoffnung, wie schön es einmal sein wird, dort bei Gott zu sein. Aber (ja jetzt muss natürlich ein „aber“ kommen): Wie können wir das Reich Gottes schon jetzt, hier und heute, auf der uns anvertrauten Erde erleben? Früher habe ich einen Gottesdienst mitgestaltet, der „Taste of Heaven“ hieß. Also: Vorgeschmack des Himmels. Das ist Reich Gottes, dass wir das Leben in Fülle schon jetzt hier auf der Erde erleben. Denn Gott hat uns dieses Leben geschenkt und wir dürfen in Gemeinschaft im Netzwerk aushalten, dass wir noch nicht im Himmel bei Gott sind, aber Gemeinschaft mit Gott schon jetzt hier auf der Erde haben dürfen.
Das Reich Gottes ist kein ferner Ort, kein unerreichbares Ideal, keine bloße Hoffnung auf den Himmel. Es ist eine lebendige, gegenwärtige Wirklichkeit – mitten unter uns, wo Liebe, Gerechtigkeit und Frieden Gestalt annehmen. Jesus selbst sagte: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17,21).
Es ist kein Reich wie die Reiche dieser Welt, gegründet auf Macht oder Besitz. Das Reich Gottes wächst im Verborgenen, wie ein Senfkorn, das klein beginnt und doch zu einem großen Baum wird, in dessen Zweigen die Vögel des Himmels nisten (Matthäus 13,31-32). Es breitet sich aus durch Güte, durch Vergebung, durch die stille Kraft des Gebets.
Durch gemeinsamen Lobpreis, Gebet und Jesus in unsrer Mitte immer mehr lernen, dass Gott uns versorgt mit allem, was wir brauchen. Dass wir ihm vertrauen können, auch wenn manche Situationen sehr herausfordernd sind. Dasd Gott uns zur rechten Zeit die richtigen Menschen an unsere Seite stellt, die uns helfen und das Leben mit uns teilen. Wenn wir uns darauf einlassen! Ohne dem geht es nicht.
Reich Gottes auf Erden lebt davon, dass du und ich verstehen, dass das Leben in Fülle durch Jesus schon da ist und nicht erst im Himmel auf uns wartet. Es bedeutet auch, die Lebensform, in der man lebt anzunehmen, mit all ihren Herausforderungen. Das Glück zu suchen, dass Gott für uns in so vielen Dingen im Alltag bereithält. Einander zu helfen als Geschwister im Glauben um Gott mehr zu vertrauen, ihm besser zu gehorchen und ihn immer mehr zu lieben. Es braucht, dass wir aufeinander zugehen, uns Zugehörigkeit schenken, aber auch mal Korrektur, damit wir wachsen, uns weiterentwickeln können und nicht in eingespielten Verhaltensweisen stecken bleiben. Das Leben, so wie Gott es uns geschenkt hat teilen, gemeinsam beten, weinen, feiern. Und eine Freude ausstrahlen, die andere ansteckt. Nicht immer einfach, aber möglich und gesegnet!
Wer das Reich Gottes sucht, sucht nach mehr als nur einer besseren Welt – er sucht nach Gottes Herzschlag in der Welt. Es ist der Ort, an dem der Hungrige satt wird, der Einsame Geborgenheit findet, der Schuldige Vergebung erlebt. Es ist dort, wo Menschen nicht mehr gegeneinander leben, sondern füreinander.
Das Reich Gottes beginnt in jedem von uns – in einem offenen Herzen, das sich von Gottes Geist bewegen lässt. Es ruft uns, nicht Zuschauer zu sein, sondern Mitwirkende: Friedensstifter, Tröster, Wahrheitsliebende. Es fordert uns heraus, nicht nur zu glauben, sondern zu handeln – so zu leben, dass Gottes Wille „wie im Himmel so auf Erden“ geschieht. Wir sind ein Netzwerk, wo wir das in den letzten 15 Jahren immer wieder erlebt haben! Und ich bin gespannt, was wir noch erleben dürfen. Machst du mit?
Marion Heigl, Leiterin der Geschäftsstelle











