„Trotzdem“, wieso trotzdem? Sagen vielleicht einige. Das Leben ist schön und mir geht’s super!
Andere wissen genau, wovon ist spreche. „Trotzdem“, schwer ist das Leben geworden in den letzten Jahren. Gesellschaftliche Krisen, vielleicht persönliche Krisen.
Die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung – kommt alle zwei Jahre – fragt die Einstellung der gesellschaftlichen Mitte ab. Ergebnis:
- Politisch extreme Einstellungen sind in erschreckendem Maße angestiegen
- Ein Teil distanziert sich zunehmend von der Demokratie, von demokratischen Werten
- Das Vertrauen in die Institutionen und in das Funktionieren der Demokratie schwinden
- Menschen hinterfragen weniger die Fakten hinter Meinungen und Aussagen, lassen sich mehr auf lautstarke Werbe-Parolen ein, fühlen sich durch Politiker und Parteien betrogen.
Die Gründe dafür: Unsicherheit bedingt durch die vielen jüngeren Krisen – angefangen von der Corona-Pandemie über den Ukraine-Krieg bis zur Inflation und zum Klimawandel. 44% fühlen sich verunsichert durch diese Krisen.
Die Stimmung besonders im Internet aber auch in persönlichen Begegnungen wird immer aggressiver. Es gibt Hass und Hetze, ein Gefühl der Bedrohung wird angeheizt. Gesellschaftlicher Umbruch, wie eigentlich sehr oft in der Geschichte, verändert die Stimmung im Land. Verunsicherung und Angst nehmen zu.
Das Thema Einsamkeit kommt in den Medien so viel vor wie nie zuvor. Großbritannien hat eine Einsamkeitsministerin seit 2018.
Gewohntes verändert sich, Traditionen sind im Wandel, auch christliche; zunehmende Isolation auch durch die digitalen Medien, das verunsichert und Sorgen nehmen zu.
Darum sagen wir: Wir feiern TROTZDEM das Leben!
Die Gemeinde im neuen Testament hat ähnliche Lebensumstände, manches ist vergleichbar. Beispielsweise die Stadt Korinth. Sie wurde komplett zerstört und lag 100 Jahre in Ruinen, wurde 46 v. Chr. von Römern wieder aufgebaut, zog Menschen aus allen Ländern an. So entstand Multi-Kulti – ohne alteingesessene Bevölkerung, nicht bodenständig – zügelloses Genussleben, reiche Oberschicht und viele Sklaven, soziale Unterschiede, Kult der alten Götter, aber nicht religiös, sondern kulturell.
Es war eine Zeit der inneren Unsicherheit und Verwirrung, ohne Orientierung an einheitlichen Werten, die Gesellschaft bunt und vielfältig ohne stabile Vorbilder. Irgendwie alles im Fluss. Die Eigenverantwortung nimmt zu, sich selber auseinander zu setzen und nicht treiben zu lassen.
Im 1. Korinther-Brief Kapitel 10 schreibt Paulus über das Volk Israel in der Wüste mit Mose als warnendes Beispiel: Sie haben Gottes Wunder erlebt und sind dennoch untreu geworden. Das ständige Murren gegen Gott, gegen Mose, gegen die Umstände – für uns heute als Warnung geschrieben.
Gute Nachricht Bibel: 1. Korinther 10 ab Vers 11: Dies alles geschah mit ihnen in vorausdeutender Weise. Es ist zu unserer Warnung aufgeschrieben worden; denn wir leben in der letzten Zeit. Du meinst sicher zu stehen? Gib acht, dass du nicht fällst! Die Proben, auf die euer Glaube bisher gestellt worden ist, sind über das gewöhnliche Maß noch nicht hinausgegangen. Aber Gott ist treu und wird nicht zulassen, dass die Prüfung über eure Kraft geht. Wenn er euch auf die Probe stellt, sorgt er auch dafür, dass ihr sie bestehen könnt.
Auf der einen Seite die großen Probleme, auf der anderen Seite „Aber Gott“. Er ist treu und passt auf, dass die Lebensprüfungen nicht über unsere Kraft gehen. Es geht nicht darum, Probleme klein zu reden, oder „Schwamm drüber“ zu sagen. „Ist doch nicht so schlimm!“ Wir leben in einer schlimmen Zeit. ABER GOTT!
Was treibt uns im Innersten an? Wohin geht unser Blick? Auf das Problem oder auf Gott? Lassen wir uns runterziehen durch das Murren anderer mit ihrer Problembrille? Oder sagen wir: „Aber Gott…“
Zur Zeit von König Saul: Das Volk Israel kämpfte gegen die Philister und hatte Angst vor Goliat (fast 3 m groß). David kam, der Gegner blieb, aber David hatte eine andere Perspektive auf die Situation. Das Volk hatte Angst vor diesem Riesen und David sagte: „Wer ist denn dieser unbeschnittene Philister, der die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt?“
Der lebendige Gott ist doch auf unserer Seite!
Das Situation bleibt, der Gegner wird nicht kleiner, aber die Blickrichtung wechselt. David gehört zu den Aber-Gott-Leuten! Er hat die Perspektive auf Gott an seiner Seite.
Wo stehen wir? Wo sind wir? Oder: Wo bist du? Woher kennen wir diese Frage?
Aus dem Schöpfungsbericht: Gott fragt Adam: „Wo bist du?“ Der hat gerade eben die verbotene Frucht gegessen. Gott fragt nicht: „Wo versteckst du dich?“ Gott wusste genau, wo Adam steckte! Er fragt: „Wo bist du zugehörig, wo dockst du an mit deinen Werten, deiner Meinung?“
Wo bist du, Andrea? Wo bist du, Markus? Wo bist du, Karin? Wo bist du, Susanne? Lässt du dich mitziehen in die Verunsicherung? Lässt dich ein auf das bedrohliche Gerede? Oder gehörst du zu den Aber-Gott-Leuten?
Lasst uns dieses Wochenende darin unterstützen, Aber-Gott-Leute zu sein! Wir wollen einander zuhören, Anteil nehmen und geben, unterstützen und ermutigen, wenn jemand entmutigt ist.
Wenn jemand klagt und schimpft, fragen, woher das kommt. Welche Sorgen stehen dahinter? Lasst uns einander unsere Zugehörigkeit zu Gott vor Augen führen. Wir sind an seiner Seite und er an unserer! Wir hängen nicht im leeren Raum und in der Unsicherheit, sondern sind geborgen in IHM!
Und lasst uns gegenseitig Zugehörigkeit geben, zur Festival-Familie, zum Netzwerk, zu den Aber-Gott-Leuten, die sich nicht durch Gerede und Schwierigkeiten entmutigen lassen, sondern gemeinsam zu Gott gehören, zu dem treuen „Aber-Gott“-Gott. Lasst uns dieses Wochenende „Aber-Gott-Leute“ sein. Und das mitnehmen, zu uns nach Hause und andere damit infizieren.
Monika Junker











