Brigitte gehört zu den Gründungsmitgliedern von EmwAg, dem Trägerverein bei Solo&Co. Für eine Ehefrau ist ein solches Engagement für Alleinlebende auf den ersten Blick gar nicht selbstverständlich. Die gelernte Theologin und engagierte Pfarrfrau spürt früh, dass Frauen in schwierigen Beziehungsgeschichten, nach Scheidung oder Tod des Partners mehr brauchen als die seelsorgerliche Begleitung, die sie anbietet. Vielleicht brauchen auch Männer mehr, fügt sie nachdenklich an, aber die fragen nicht nach Unterstützung. Brigitte verstand auch nur zu gut, wie schmerzhaft es ist, wenn alle Freundinnen ringsum Kinder kriegen und der eigene Kinder-Wunsch unerfüllt bleibt. Singles auf ihrem Weg zu begleiten, damit diese „nicht ganz allein auf weiter Flur stehen“, wird ihr zum großen Anliegen. Sie will – so gut es geht – Zugehörigkeit schenken, Wärme und Verständnis geben, schwierige Lebenssituationen mittragen. In diesem Wunsch finden sich Astrid und Brigitte.
Da sich Brigitte „praktisch“ für den jungen Verein engagieren will und als sehr genau gilt, entscheidet der Vorstand, ihr die Buchhaltung anzuvertrauen. Die nötigen Kenntnisse bringt sie sich selbst bei, ab 2009 kniet sie sich in die Buchhaltungs-Software Optigem rein. Seit 2, 3 Jahren stößt sie mit ihren Bordmitteln an Grenzen, immer öfter tauchen vereins- und steuerrechtliche Fragen auf, die nach mehr Fachkenntnis verlangen. Deshalb ist Brigitte nun spürbar erleichtert, dass mit Dani, einer ausgebildeten Steuerfachwirtin, Kompetenz an Bord kommt. Im Hintergrund bleibt sie aber weiter emsig tätig, versichert sie, betreut Spender, archiviert Rechnungen, verwaltet die Barkasse.
In ihren 60 Lebensjahren hat sie manches Projekt erlebt, in dem das Spendenaufkommen mit der Glaubenszuversicht und dem Ausgabeverhalten der Geschwister nicht Schritt hielt. Mehr als einmal schenkte Gott die Wunder nicht, die es gebraucht hätte, um Defizite auszugleichen, erinnert sie. Bei der Finanzplanung nicht übermütig zu werden und realistisch zu bleiben, ist ihr deshalb ein Anliegen. Manchmal sei es anstrengend, bekennt sie, das Gleichgewicht zu halten zwischen Mut und Vertrauen in Gottes Fürsorge und vorsichtigem Kalkulieren.
Auch die Bibel kennt solches innere Ringen um das Vertrauen in Gottes Versorgung (1. Könige 17, 8-16): Mehl und Öl gingen nicht aus, genau wie der HERR es durch Elia angekündigt hatte, heißt es in Vers 16. Immer wieder gab und gibt es auch bei EmwAg e.V. ermutigende Zeichen, etwa beim Weihnachtsgeschenk des letzten Jahres und jetzt nach dem Trägerkreis-Treffen in der Rhön. Ihr Wunsch fürs kommende Jahr? „Dass viele verstehen, was wir vorhaben mit dem Netzwerk und sich gern und aus der Freude heraus daran auch mit Spenden beteiligen.“











